Nordistik
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Dänemark: Kopenhagen I

Wie bereits in den anderen Erfahrungsberichten zu lesen ist, empfiehlt es sich so früh wie möglich mit den Planungen anzufangen. Die Bewerbungsfristen setzen bereits einen gewissen zeitlichen Rahmen fest, doch schadet es nicht, sich schon sehr früh in den ersten Semestern mit dem Thema Auslandsaufenthalt zu beschäftigen.

cph4Alle Vorbereitungen und das Organisatorische mit der Universität Kopenhagen weckt früh Vorfreude in einem. Kopenhagen wird immer mehr zu einer beliebten Stadt für Studenten und bezüglich Wohnungen unterscheidet sich der Markt nicht sonderlich groß von München, da Kopenhagen eine Zuzugsregion für ganz Dänemark ist. Im Internet gibt es gratis Portale wie www.dba.dk oder kostenpflichtige Angebote wie www.boligportal.dk. Generell sollte man nicht zu viel Energie auf die Wohnungssuche von zuhause aus verschwenden, da wohl auch niemand selbst einem Fremden einfach so ein Zimmer vermietet. Bei der Online-Bewerbung kann man sich auch für Wohnheime bewerben. Die größten Erfolgsaussichten bietet wohl die Housing List des International Office, bei der Privatleute Zimmer speziell an internationale Studenten vermieten.

 cph3Wer gerne schnell Leben um sich haben möchte sollte nach Nørrebro oder Vesterbro ziehen, da man dort auf viele junge Leute, Cafés und Bars trifft. Frederiksberg und Østerbro sind ruhiger und ziehen eher Familien an. Allgemein sollte man aber – wenn möglich – lieber ein paar Euro mehr investieren und in einen der genannten Stadtteile ziehen als günstiger außerhalb in einem Vorort zu leben. Das Wohnviertel entscheidet erfahrungsgemäß in hohem Maße darüber wie man Kopenhagen erlebt.

 

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Es spricht sicherlich nichts dagegen paar Tage oder Woche vor Unibeginn umzuziehen, denn so kann die Stadt bevor alles losgeht kennengelernt werden und man wird mit der neuen Kultur schon ein wenig vertraut. Zu Beginn finden gewisse 'Intro Days' für die Austauschstudenten statt, die sehr hilfreich sind. Man kommt mit den anderen Studenten in Kontakt, die Universität wird kennengelernt und über alle administrative Schwierigkeiten und das universitäre System wird aufgeklärt.

Bei der Online-Bewerbung an der Universität sollte man sich auf jeden Fall um einen Mentor bemühen. Es besteht die Möglichkeit sich vom Bahnhof oder Flughafen abholen zu lassen und man hat immer eine Anlaufstelle für jegliche Fragen. Die gesamte Mentorengruppe an sich ist sehr engagiert und organisiert hier und da tolle Events. Um außerhalb der Uni neue Leute kennen zu lernen, würde es sich anbieten irgendwo zu arbeiten. Nicht ganz einfach, doch ist in Kopenhagen das ‚freiwillige arbeiten’ ein großes Ding. Ob in Cafés, Kinos, Buchläden oder anderen Institutionen, jederzeit werden neue Leute gesucht, man kann sich seine Zeiten flexibel aussuchen und man kommt auch sehr schnell mit Einheimischen in Kontakt, doch leider verdient man dabei kein Geld.

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Die Universität ist wie auch in München über die ganze Stadt verteilt und im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Seminare nicht besonders von denen an der LMU. Dänische Kurse zu besuchen kann man nur empfehlen, da so die Sprache (auch wenn anfangs etwas schwer) intensiviert werden kann und man überhaupt in Kontakt zu den Dänen steht. Zudem werden aber auch extra Kurse für die Austauschstudenten auf Englisch angeboten, wie beispielsweise der ‚Danish Culture Course’. Dieser ist sehr interessant und verschafft einen tollen Überblick über Dänemark in Kultur, Literatur, Kunst und Wirtschaft. Das Klima an der humanistischen Fakultät (Københavns Universitet på Amager) ist wundervoll. Eingerichtet typisch dänisch, mit offenen Räume für Diskussionen oder zum Lernen lässt alles sehr positiv und entspannt wirken und man freut sich tagtäglich in die Uni zu fahren.

 

cph10Ein Fahrrad in Kopenhagen ist ein Muss! Zwar gibt es in Kopenhagen auch ein recht gutes Busnetz (und zwei kleine Metrolinien), doch sind die Preise vergleichsweise hoch und man erreicht alle Orte selbst im Winter mindestens genauso schnell mit dem Rad. An jeder Ecke gibt es Fahrradläden, wo günstige Gebrauchsräder gekauft werden können. Kopenhagen ist sehr überschaubar und überhaupt lernt man die Stadt auf dem Fahrrad viel besser und schneller kennen. Auf www.dba.dk können zudem gebrauchte Fahrräder gekauft werden.

Für jeden Austauschstudenten ist es Pflicht eine CPR-Nummer (wie es die Dänen auch haben) zu beantragen. Das kann anfangs ein Hin und Her sein, bis man diese letztendlich erhält, doch über diese funktioniert alles. Ob einen Arzttermin zu vereinbaren oder ein Bankkonto zu eröffnen, alles wird über die CPR-Nummer geregelt. Auch hier bietet das International Office zwei Tage an, an denen den Austauschstudenten geholfen wird.

cph1Kopenhagen ist eine teure Stadt. Doch wer ein Auge auf die Angebote der verschiedenen Supermärkte wirft kann hier und da viel sparen und trotzdem qualitativ gut einkaufen. Zudem sind die meisten Events, was die Abendgestaltung angeht oft umsonst, was auch nur von Vorteil ist. Viele tolle Flohmärkte finden fast wöchentlich statt, wo u.a. gebrauchte Möbel für die Wohnung günstig eingekauft werden kann, falls man nicht gerade in ein Studentenwohnheim oder möbliertes Zimmer zieht.

cph8Insgesamt kann ich nur empfehlen ein Jahr ins Ausland zu gehen. Nicht nur für einen selber, auch für die Sprache empfiehlt es sich zwei Semester dort zu studieren. Kopenhagen ist zudem eine wundervolle Stadt und verzaubert jeden. Das dänische Volk ist sehr hilfsbereit und lieb und man fühlt sich deren Gesellschaft sehr schnell wohl!

von Anna Boldt


... noch mehr Bilder zum Glück || Dänemark kann man in der Fotoausstellung von Anna Boldt & Philipp Loeken noch bis zum 30. Januar in der Katholischen Hochschulgemeinde, Leopoldstraße 11 sehen.

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