Nordistik
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Neuerscheinungen des Instituts

2021 erschienen:

Das Nachdenken über die Zeit im Drama hat Tradition. Jedoch betrachten bisherige Untersuchungen die Zeit vornehmlich als dramaturgische Größe. Die vorliegende Studie fasst den Zeitbegriff weiter. Typisch moderne Zeitphänomene und -erfahrungen, wie zum Beispiel Beschleunigung, Apokalyptik oder Nostalgie, werden anhand von über 20 Dramen aus Skandinavien näher untersucht. Die analysierten Texte reichen von Ibsens »John Gabriel Borkman« und Strindbergs »Ein Traumspiel« bis zu aktuellen Stücken von AutorInnen wie Line Knutzon, Sara Stridsberg oder Lene Therese Teigen. Die Studie zeigt die hohe Sensibilität, die Drama und Theater in Zeit-Fragen besitzen, und liefert zudem einen breiten Überblick über die gegenwärtige, skandinavische Dramatik.
Das zweisprachige Erzählwerk Karen Blixens / Isak Dinesens weist vielfältige Spuren aus der 'ganzen Welt' auf, die auf unhintergehbare Zusammenhänge und Fernwirkungen deuten: Beziehungen zu fernen Orten, Figuren der Mobilität und der Fremdheit, einen ›global mix‹ der formalen Verfahren, unzählige Verweise auf weltliterarische Intertexte und provokative Weltentwürfe. Eine globalisierungstheoretisch inspirierte Perspektive konzentriert sich erstmals auf dieses bislang kaum beachtete Charakteristikum des Weltbezugs, der in Anekdoten, Figuren und Tropen des Werks niedergelegt ist. Durch ihre Welthaltigkeit reflektieren die Erzählungen Modelle und Dynamiken von Globalität, durch ihre Ästhetik inszenieren sie Fremdheit und Vernetzung gleichermaßen.

 

2020 erschienen:

In »Av, min arm!«, das sich vor allem an deutschsprachige Lernende richtet, begleiten wir den Journalisten Gert, der bei seinem Aufenthalt in Kopenhagen überraschend im Gefängnis landet, aus dem ihm die Studentin Marianne wieder heraushilft. Doch schon gerät Gert erneut in abenteuerliche Situationen …
Neben einem Textteil enthalten die 21 Lektionen jeweils »Wortschätze«, Erläuterungen zur Aussprache und grammatische Erklärungen. In den sich anschließenden Grammatik-, Dialog-, Übersetzungs-, Wiederholungs- und Kommunikationsübungen wird das Gelernte auf abwechslungsreiche Art vertieft. Jede Lektion endet mit einem landeskundlichen Thema, das uns die dänische Kultur, Geschichte und Gesellschaft näher bringt.
Das Dänisch-Lehrwerk »Av, min arm!« entspricht den Stufen A1 – B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens.

Unter den zahlreichen Erscheinungsformen der Magie in den altnordischen Quellen wird seiðr besonders hervorgehoben, da er mit einem Verstoß gegen die in der altnordischen Gesellschaft vorherrschenden Geschlechterkonventionen konnotiert wird. Doch ist dies längst nicht die einzige Grenzüberschreitung, mit welcher seiðr assoziiert ist. Vielmehr steht der seiðr-Komplex auf vielfältige Weise mit dem Phänomen der Liminalität in Verbindung: Das Übertreten von Grenzen - zwischen dem Diesseits und der Anderwelt, zwischen Fremd und Vertraut, Mensch und Tier, Männlich und Weiblich - sowie die Unterminierung der dazugehörigen Kategorien sind elementare und bis in alte Überlieferungsschichten zurückreichende Merkmale des seiðr, die in den erhaltenen Texten jedoch nur mehr bruchstückhaft erkennbar werden. Die vorliegende Arbeit spürt diese Mosaikteile innerhalb von seiðr-Episoden der altnordischen Literatur sowie im Mythos der beiden göttlichen seiðr-Meister Óðinn und Freyja auf und rekonstruiert, welche gedanklichen Konzeptionen hinter der Verbindung von seiðr und Liminalität stehen.

 

Diebstahl und Raub sind ebenso wie Gaben reziproke Handlungen mit vielfältigen literarischen Einsatzmöglichkeiten. Obwohl widerrechtliche Aneignungen schon auf den ersten Blick zu den zentralen Themen einer Wikingerliteratur zählen, wurden diese Verbrechen von der Sagaforschung bisher kaum beachtet. Sie funktionieren jedoch nicht nur als Einfallstore in die Erzählwelt der Isländersagas und deren narrativen Verfahren, sondern gewähren auch Blicke auf die zugehörigen Wertvorstellungen. Die Isländersagas erzählen von den ersten Generationen, die nach der Besiedelung Islands gemeinsam eine neue Gesellschaft formen. Um deren wichtigste Maßstäbe, Ansehen und Ehre, zu erreichen und zu stabilisieren, müssen sämtliche Angriffe auf Person und Besitz angemessen vergolten werden. Heimlicher Diebstahl und offener Raub fordern die Siedlergesellschaft heraus, eine Neubewertung von Status und Ansehen aller Parteien anzustellen. Diese Verbrechen funktionieren damit als Kristallisationspunkte der Handlungsstränge und lassen die Eigenschaften der erzählten Welt hervortreten. Dieses Buch will die geheimnisvolle Komplexität der Diebstähle erschließen und damit ein Fenster in die Vorstellungswelt der Isländersagas öffnen.

 

Snæfellsjökull is one of Iceland’s most famous volcanoes. It is there that Jules Verne located the entrance to the centre of the earth; it is the abode of a medieval saga hero and the location of one of Halldór Laxness’s novels. Travellers, painters, poets, and film-makers have been drawn to it in equal measure – while at the same time and against all expectations, others seem unfazed: as famous as the mountain is on a national and international stage, local folklore and medieval historiography have amazingly little interest in it. Clearly, Snæfellsjökull is not the same to everyone.

This volume presents a survey of the place of Snæfellsjökull in the Icelandic and European imagination. It adapts the paradigm of geocriticism, which shifts the focus of the scholarly investigation from the work of individual authors to the multitude of views that different authors, artists, and practitioners have on a single place. The results of the perambulation of Snæfellsjökull presented here show that both its cultural and literary history, as well as the paradigm of geocriticism, open up broad vistas that amply repay the effort necessary to tackle this mountain.